Das Konzeptualisierungsparadoxon

Haftungsauschluß: Dieser Beittrag enthält wissenschaftlich verbrämten Unsinn. Argumente und Ergebnisse seriöser wissenschaftlicher Forschung werden aus ihren Zusammenhängen gerisssen, wild zusammengewürfelt und daraus vollkommen falsche Schlußfolgerungen gezogen. Mit Lesen dieses Beitrags verschwendet man nur wertvolle Lebenszeit.

Bei jeder Entwicklung einer Software steht man als Entwickler immer vor der Aufgabe die Gegenstände und Phänomene der jeweiligen Anwendungsdomäne zu erfaßen, zu durchdringen und zu verstehen, letztlich die Domäne zu konzeptionalisieren, um sie dann in entsprechenden Software-Artefakten — seien es Modelle oder Programmcode — zu realisieren.

Nun ist die Konzeptualisierung einer Domäne oder gar der Welt kein spezifischer Vorgang für die Entwicklung von Software, sondern er findet vielmehr von Geburt an bei jedem Menschen statt. Heuser (2007, S. 200) stellt hierzu mit Verweis auf den Entwicklungspsychologen Jean Piaget (siehe z. B. Ginsburg & Opper, 2004) fest, daß dabei Chaos für die Kognition des Menschen wie für den Raum an sich das Ursprüngliche ist. Kinder prägen erst eine toplogische Vorstellung vom Raum aus und erst später eine metrische. Der Raum wird zuerst als amorpher, beweglicher Raum gedacht, bei dem lediglich der Ortszuammenhang invariant ist, und das Gleichbleiben von Größen, Abstände, Winkel oder Form für die Unterscheidung von Figuren und Körpern keine Rolle spielt. Der “Entwicklungspfeil” (Heuser, 2007, S. 200) zeigt hier von der nur wenig strukturierten und geordneten Vorstellung der Welt hin zu einer stark strukturierten und geordneten Vorstellung.

Betrachtet man nun hingegen die Geschichte des Bildes, welches sich der Mensch von der Welt macht, dann zeigt der Entwicklungspfeil dieses Bildes in die genau umgekehrte Richtung. Am Anfang herschte ein sehr strukturiertes und geordnetes Weltbild vor. Die Erde war eine Scheibe, um der sich nur wenige Gestirne drehten. Mit der Zeit begann aber dieses Bild zu erodieren. Die Erde wurde von der Sonne aus dem Mittelpunkt verdrängt. Die Sonne wurde dann an den Rand einer Galaxie als eine Gestirn unter vielen verwiesen. Und die Galaxien wiederum bilden nur “Cantorstaub” (Cantor, 1883 zitiert nach Mandelbrot, 1991, S. 87-88) in einem in sich gekrümten Universum. Die Mechanik wurde relativiert, bevor die dann noch übriggebliebene Ordnung von der Quantentheorie vollkommen aufgelöst wurde.

Fazit: Der menschliche Verstand, der mittels der Konzeptualisierung aus dem Chaos entstanden ist, entwickelt ein Weltbild, bei dem er bei der Ordnung beginnt und wieder beim Chaos angelangt. Paradox, oder?

Literatur
Cantor, G. (1883). Grundlagen einer allgemeinen Mannigfaltigkeitslehre. Mathematische Annalen, 21, S. 545-591.
Ginsburg, H. P. & Opper, S. (2004). Piagets Theorie der geistigen Entwicklung (9. Aufl.). Stuttgart: Klett-Cotta.
Heuser, M.-L. (2007). Die Anfänge der Topologie in Mathematik und Naturphilosophie. In Günzel, S. (Hg.). Topologie. Zur Raumbeschreibung in den Kultur- und Medienwissenschaften. Bielefeld: transscript.
Mandelbrot, B. (1991). Die fraktale Geometrie der Natur. Basel: Birkhäuser.

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