MobIS 2008

November letzten Jahres traf sich die deutsche Gemeinschaft der Modellierer betrieblicher Informationssysteme zu ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Tagung MobIS.Gastgeber war diesmal das Deutsche Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken und die Tagung stand unter dem Motto “Modellierung zwischen SOA and Compliance Management”. Eine ganze Reihe von Vorträgen wurden an den zwei Tagen gehalten, von denen drei hier besonders hervorgehoben werden sollen.

Mit einer in Zusammenhang mit SOA und Compliance Management interessante Frage beschäftigte sich der Beitrag von Gabriela Loosli (Universität Bern). Sie setzte sich in ihrem Beitrag damit auseinander, wie bei dynamischer Bindung von Services, d. h. wenn die tatsächlich genutzten Services erst zur Laufzeit feststehen, die Einhaltung der in dem jeweiligen Bereich geltenden Regelungen, Normen und Gesetzte gewährleistet und nachgewiesen werden kann. Ausgehend von den verschiedenen Typen der dynamischen Bindung arbeitet die Referentin die jeweiligen Problemfelder heraus und zeigt erste Lösungsansätze auf.

Einen Beitrag zur Frage der Identifikation von Services präsentierten Birkmeier et al. (Universität Augsburg) in einem der parallel stattfindenden Workshops. Die Referenten hatten sich mit Ansätzen zur Identifikation von Services auseinandergesetzt. Wesentliche Erkenntnis der Referenten war, daß ein hoher Bedarf an Weiterentwicklung dieser Ansätze hin zu ausgereiften Methoden im Sinne einer systematischen und ingenieurmäßigen Identifikation und Entwicklung von Services besteht. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, daß die bisherige Erkenntnisse aus dem Bereich der modulorientierten und komponentenorientierten Systementwicklung bei den Ansätzen nicht oder nur teilweise aufgegriffen wurden. Vieles wurde neu entwickeln und blieb teilweise hinter den Erkenntnissen der modul- und komponentenorientierten Systementwicklung zurück. Insbesondere was die fehlende Optimierung der Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Services angeht. Hier war man früher beim Business Systems Planning schon weiter.

Erwähnenswert vom zweiten Tag war die “Keynote” von Prof. Dr. Dr. hc. mult. Wolfang Wahlster seines Zeichens Geschäftsführer des DFKI und Mitglied des für das Bundesministeriums für Bildung und Forschung tätigen Beraterkreises “Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft”. Dem Referenten war schon allein bei der Wahl des Vortragstitels “Semantische Modellierung für das Internet der Dinge und der Dienste” eine besondere Leistung gelungen. Den er hat es geschafft, drei aktuelle Schlag- und Modewörter aus dem Bereich der Informationstechnologie in einem Satz unterzubringen: “Semantische Modellierung” (Semantic Web), “Internet der Dinge” und “Internet der Dienste”. Den in Zukunft werden — so die Vision des Referenten — durch das Semantic Web das Internet der Dinge mit dem Internet der Dienste verbunden. Die Beispiele, die den Nutzen der Verbindung veranschaulichen sollten, beschränkten sich aber auf altbekanntes: selbstfahrende Autos, selbst einkaufende Kühlschränke und Ratschläge erteilende Supermarktregale. Fazit: Die technischen Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Semantic Web sowie dem Internet der Dinge und Dienste sind zwar spannend und interessant, aber der praktische und wirklich überzeugende Nutzen bleibt unklar.

Der Tagungsband mit den Beiträgen der Hauptkonferenz sowie ausgewählte Beiträgen der Workshops erscheint als Lectures Notes in Informatics P-141. Beiträge der parallel durchgeführten Workshops sind digital als Online-Tagungsband erschienen.

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